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de:eltern:start

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de:eltern:start [2020/08/01 13:59]
edina [Haushalt]
de:eltern:start [2020/08/28 14:22] (aktuell)
edina
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-...und keine Sorge, selbst ältere Kinder spielen noch auf der Toilette....{{ :​de:​eltern:​sauberkeit_01.jpg?​200|}}+...und keine Sorge, selbst ältere Kinder spielen noch auf der Toilette....{{ :​de:​eltern:​sauberkeit_01.jpg?​150|}}
  
 Wenn das Kind entscheidet,​ also mit Hilfe zusammen von Eltern eine gemeinsame Entscheidung getroffen wird, dass wir es jetzt ausprobieren ohne Windel tagsüber klarzukommen,​ dann ist es wichtig , dass die Erwachsenen dabei auch konsequent bleiben. Hier spielt auch die Zusammenarbeit mit der ergänzenden Betreuung/​Einrichtung (Tagespflege,​ Kindergarten,​ Kinderkrippe) eine wichtige Rolle, dass diese auch informiert werden und hier die Betreuungspersonen auch mitwirken. Wenn das Kind entscheidet,​ also mit Hilfe zusammen von Eltern eine gemeinsame Entscheidung getroffen wird, dass wir es jetzt ausprobieren ohne Windel tagsüber klarzukommen,​ dann ist es wichtig , dass die Erwachsenen dabei auch konsequent bleiben. Hier spielt auch die Zusammenarbeit mit der ergänzenden Betreuung/​Einrichtung (Tagespflege,​ Kindergarten,​ Kinderkrippe) eine wichtige Rolle, dass diese auch informiert werden und hier die Betreuungspersonen auch mitwirken.
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 Quellen: gyermekpszichologusblog.hu Quellen: gyermekpszichologusblog.hu
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 ==== Haushalt ==== ==== Haushalt ====
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 Bestimmt haben viele Eltern das Problem, dass sie etwas im Haushalt erledigen müssen ​ (oder wollen), nun ist das kleine Kind da und braucht gleichzeitig Entertainer. ​ So ist es ganz praktisch dem Kind auch eine leichte Aufgabe zu geben, was das Kind auch leicht erledigen kann. Bestimmt haben viele Eltern das Problem, dass sie etwas im Haushalt erledigen müssen ​ (oder wollen), nun ist das kleine Kind da und braucht gleichzeitig Entertainer. ​ So ist es ganz praktisch dem Kind auch eine leichte Aufgabe zu geben, was das Kind auch leicht erledigen kann.
  
-Je älter die Kinder sind, desto mehr und besser können sie helfen. (und irgendwann haben sie keine Lust mehr dazuLOL)+Je älter die Kinder sind, desto mehr und besser können sie helfen. (und irgendwann haben sie keine Lust mehr dazu LOL)
  
 **Mit 6 Jahren können die Kinder sogar etwas Verantwortung übernehmen** **Mit 6 Jahren können die Kinder sogar etwas Verantwortung übernehmen**
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 +{{:​de:​eltern:​haushalt_05.jpg?​200|}}|{{:​de:​eltern:​haushalt_06.jpg?​200|}}
  
    
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-{{:​de:​eltern:​haushalt_01.jpg?​200|}}|{{:​de:​eltern:​haushalt_02.jpg?​200|}}|{{:​de:​eltern:​haushalt_03.jpg?200|}}+{{:​de:​eltern:​haushalt_01.jpg?​200|}}|{{:​de:​eltern:​haushalt_03.jpg?​200|}}|{{:​de:​eltern:​haushalt_04.jpg?200|}}
  
  
 Die Kinder sind in diesem Alter natürlich auch selbstständiger und sie brauchen manchmal auch ihre Ruhe, sie ziehen sich häufiger zurück in ihr Zimmer. Die Kinder sind in diesem Alter natürlich auch selbstständiger und sie brauchen manchmal auch ihre Ruhe, sie ziehen sich häufiger zurück in ihr Zimmer.
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 +{{:​de:​eltern:​haushalt_02.jpg?​200|}}
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 **Am besten könnten die Jugendlichen helfen, sie wollen aber nicht immer. **Am besten könnten die Jugendlichen helfen, sie wollen aber nicht immer.
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 Und wenn es funktioniert,​ entsteht ein harmonisches Zusammenleben in der Familie, in dem sich alle Mitglieder wohlfühlen. Wichtig ist, gemeinsame Entscheidungen zu bringen und die Regel gemeinsam aufstellen. Und wenn es funktioniert,​ entsteht ein harmonisches Zusammenleben in der Familie, in dem sich alle Mitglieder wohlfühlen. Wichtig ist, gemeinsame Entscheidungen zu bringen und die Regel gemeinsam aufstellen.
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 +===== Medienerziehung =====
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 +{{ :​de:​eltern:​medienerziehung_02.jpg?​150|}}
 +  * Wieviel Computer und Fernseher schauen und spielen eure Kinder am Tag?
 +  * Wer bestimmt, wann und wie lange sie vor dem Monitor sein dürfen?
 +  * Was dürfen sie schauen und spielen?
 +  * Ab welchem Alter haben die Kids ein Handy und warum?
 +  * Was sagt der Arzt und was erzählen wir dem Arzt?
 +  * Was ist noch gefährlich,​ worüber keiner etwas schreibt?
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 +Liebe Eltern, dieses Thema ist ganz breit und es wurde sehr oft in vielen anderen pädagogischen und psychologischen ​ Seiten thematisiert. Deshalb möchte ich hier meine positive und negative Erfahrungen beschreiben und wie ich die entstandenen Probleme gelöst habe.
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 +Wie ihr alle wisst, wir haben vier Kinder (15,14,11 und 6).  Als die zwei „Großen“ jünger waren (0-3), war die Technologie in Richtung Smartphone und Tablett nicht so verbreitet und entwickelt.
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 +Ich habe versucht, mich an der vom Kinderarzt vorgegebenen Regel zu halten. Also die Kinder haben höchstens nur halbe Stunde Fernseher am Tag geschaut und dann auch nur die für sie entsprechenden Märchen.
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 +Diese ganze Technologie und aber auch die gesellschaftlichen Erwartungen veränderten sich Jahr für Jahr rasant. ​
 +Mein ältester Sohn bekam mit zehn Jahren ein Tasten-Mobiltelefon. Er benutzte sein Mobilphon ganz gut, nun nach ein paar Wochen wollte er das Gerät nicht mal in die Schule mitnehmen, weil er angeblich damit in der Schule ausgelacht wurde. ​
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 +Da kamen die anderen Ausreden: er habe keine Freunde, weil alle Kinder ein Smartphone haben und er kein whatsapp hat. Die Klasse hätte nämlich eine whatsapp Gruppe, wo sich alle Schüler austauschten.
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 +Nach dem „Betteln“ unseres Kindes entschieden wir, dass es zum zwölften Geburtstag ein Smartphone bekommt. Ohne Vertrag, mit Karte….
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 +**Nach und nach kamen die Probleme, die sehr stark geprägt waren, nun das Schlimmste war, dass wir Eltern auf diese Probleme nicht vorbereitet waren.**
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 +Noch etwas dazu, bevor ich die Probleme detailliere: ​
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 + <​WRAP center round box 80%>
 +  * ich denke, es betrifft viele Kinder und Eltern, nur die Probleme sind versteckt
 +  *  die Eltern haben wenig oder keinen Übersicht, was die Jugendlichen im Internet machen
 +  *  die Kinder erzählen zu Hause meistens auch nichts
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 +**Probleme:​**
 + <​WRAP center round box 80%>
 +   * Werbungen mit Inhalt für Erwachsenen (Richtung Sexualität)
 +  * Die Schulklasse benutzt Whatsapp als Mobbing (auch wenn nicht mein Kind gemobbt wurde, hielt ich trotzdem für Wichtig, dies zu stoppen)
 +  * Spiele, welche zusammen mit anderen gespielt werden (machen abhängig)
 +</​WRAP>​
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 +**Also, wie ich die Probleme gelöst habe…**
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 +<WRAP center round box 80%>
 +  * In unserer Familie gibt es deshalb harte Regel für Medien. Wir haben ein PC für die Kinder und während der Corona Zeit noch zwei andere PC-s angeschafft. Diese dürfen die Kinder für schulische Aufgaben benutzen, Internet ist begrenzt.
 +  * Ab 12 Jahren dürfen die Kinder in unserer Familie ein Smartphone bekommen, mit den folgenden Bedingungen: ​
 +  * Das Handy ist mit Karte, ohne Vertrag. ​
 +  * Zu Hause ist beim WLAN der Router auf 12 jährige und die Zeit begrenzt
 +  * Die Kinder, die Handys benutzen, müssen im Haushalt etwas mehr helfen, selbstständiger,​ selbstverantwortlicher sein.
 +  * Die Handys dürfen die Kinder in die Schule mitnehmen, aber zu Hause bis Abend 18 Uhr bleibt das Telefon unten in der Küche an Ladestation.
 +  * Wenn Hausaufgabe nicht erledigt wird oder etwas nicht funktioniert,​ eventuell wird das Handy abends, wie besprochen nicht wieder auf Ladestation in die Küche gebracht, dann gibt`s eine Woche lang kein Handy.
 +</​WRAP>​
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 +{{ :​de:​eltern:​medienerziehung_03.jpg?​200|}}
 +Nun durch diese Regeln ist das Familienleben bei uns friedlich, und es scheint momentan gut zu funktionieren.
 +Je älter die Kinder werden, desto mehr kann man ihnen anvertrauen. Also die „Großen“ haben mittlerweile auch Tablet und sogar bei dem 15 -16 Jährigen gibt’s auch keine WLAN Begrenzung mehr.
 +Was ich derzeit mit den Jüngeren (6,11) Jährigen erlebe, ist für mich maßgebend, was in anderen Familien laufen könnte.
 + Sehr oft komme ich auch selbst in Zweifel, ob es der richtige Weg ist, aber die „Jüngeren“ in unserer Familie haben weder Tablet, noch Handy. Sie dürfen Fernseher schauen (am Wochenende auch einen Kinderfilm). Ja, der Fernseher ist auch begrenzt. Es läuft am Tag nur eine Stunde und die Kids können nur Kinderprogramme oder wissenschaftliche Sender auswählen.
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 +**Was ich sehr problematisch finde:**
 +
 +<WRAP center round box 80%>
 +  * Wenn im Hintergrund immer der Fernseher läuft
 +  * Wenn die Kinder ohne Tablett nicht essen können
 +  * Wenn die Kleinkinder frei auf ihrem Tablett unterschiedliche Kinderapps surfen dürfen (Es kommen doch ab und zu Erwachseneninhalte)
 +</​WRAP>​
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 +{{ :​de:​eltern:​medienerziehung_01.jpg?​200|Quelle:​ www.mibaby.de}}
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 +**Und jetzt noch etwas Psychologie dazu**
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 +Wenn die Kleinkinder Erwachseneninhalte im Fernseher oder in unterschiedlichen Medien sehen, dann verstehen sie den Inhalt noch nicht, sie versuchen für sich selbst eine Erklärung für das Gesehene zu finden.
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 +Es muss nicht unbedingt ein Film sein, es genügt, wenn die Kleinkinder versehentlich mit der Oma oder mit den Eltern die Nachrichten sahen und es kamen Bilder von einer Explosion oder Unfall usw.
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 + Sie entwickeln dadurch innere Ängste, welche wir nicht mehr so leicht umkehren können, deshalb muss man auf die Kleinkinder extrem aufpassen und sie vor Erwachseneninhalten beschützen.
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 +Quelle: https://​www.mibaby.de/​
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 +===== Kindergarten nach Corona und Schulanfang =====
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 +{{ :​de:​eltern:​kindergartennachcorona_01.jpg?​400 |}}
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 +Liebe Eltern, zurzeit nehme ich an einem online Kurs von einer ungarischen Kinderpsychologin (Dr. Bojti Andrea) teil. Ich möchte hier mit ihrem Einverständnis ihre Erzählungen übersetzen und gleichzeitig meine Erfahrungen beschreiben.
 +
 +Also zuerst meine Erfahrungen:​ Wie ihr alle wisst, ich habe ältere Kinder, 15,14, 11 und 6.  Ich arbeite momentan in einem Kindergarten und das Jahr mit Corona ist leider noch nicht vorbei.
 +
 +Nicht nur die Kinder, sondern auch Eltern und Pädagogen erleben diese Zeit schwierig. Kinder, die sich in der Kindergemeinschaft schon gut eingelebt haben, müssen plötzlich wieder eingewöhnt werden.
 +
 +Gruppen werden in mehreren Kindergärten wegen außergewöhnlichen Öffnungszeiten neu strukturiert oder zusammengesetzt.
 +
 +Wir alle müssen uns an die neue Hygienekonzept halten: Hände waschen, desinfizieren,​ Masken tragen.
 +Es ist nicht nur für die Eltern hart, wenn Kinder wegen Schnupfen zu Hause bleiben müssen, sondern auch für Kinder und Pädagogen. Die Erzieher wissen es auch ganz genau, dass die meisten Eltern berufsstätig sind und sie an die Betreuung der Kita stark angewiesen sind.
 +
 +Es ist momentan Sommer und viele können keinen Urlaub machen. (Wir auch nicht)
 +
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 +  * Also die Corona Zeit endete noch nicht, aber was ist, wenn es wieder zurückkehrt?​
 +  * Wie gehen wir mit einer eventuellen zweiten Corona Welle um?  ​
 +  * Wie können wir unseren Kindern dabei helfen?
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 +**Um hier diese Problemen zu verstehen, müssen wir einen kurzen Rückblick auf die vergangene Zeit bekommen.**
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 +Besonders schwierig war in dieser Zeit die ständige Unsicherheit und die Spekulationen,​ welche durch die Medien, Nachrichten vom Fernseher und Radio die Bevölkerung sehr stark beeinflussten (sowohl Erwachsenen als auch Kinder). ​
 +Diese Nachrichten,​ also die ständigen Spekulationen können bei den Kleinkindern innere Ängste erzeugen. Die Kindergartenkinder denken noch ganz anders, sie versuchen sich  immer eine „magische“ Erklärung für ihre Welt zu finden. Die Nachrichten verstehen sie auch noch nicht. Deshalb ist es sehr wichtig, die Kinder vor diesen Nachrichten zu beschützen und ihnen nur das vermitteln, was schon sicher ist.
 +
 +**Also ganz konkret:** Überall im Internet, in unterschiedlichen Nachrichten hört man heutzutage, dass die Corona Infektionen wieder steigen. Es ist noch nicht sicher, dass die Schule im September normal startet. – Es ist wieder eine reine Spekulation,​ keine informative Nachricht für die Kinder. Es kann sogar sehr schädlich werden, die Kinder können dadurch Angst bekommen. //Sie denken, spekulieren häufig weiter: Was ist wenn meine Familie krank wird oder sogar stirbt, oder die Erzieherin und die Freunde…//​
 +
 +Ja, leider können die Kleinkinder solche innere Ängste entwickeln, deshalb ist die Vorsicht geboten, sie vor solchen, spekulativen Nachrichten zu beschützen und ausschließlich nur über die reinen Tatsachen, zu informieren. ​
 +Viele Kinder müssen sich wieder in Kindergarten eingewöhnen oder in einer neu zusammengesetzten Gruppe einfinden. Diese Situation ist auch für Erzieher sehr schwierig, denn der Kindergarten hat auch besondere Vorgaben an denen er sich halten muss. 
 +
 +Deshalb ist **die Kommunikation zwischen Eltern und Pädagogen** vorteilhaft. Auch, wenn Elterngespräche momentan nur z.B. telefonisch oder durch die Gleisscheibe oder mit Maske stattfinden können, ist es nötig, dass die Eltern ihre Ängste, Probleme, Wünsche den Erzieherinnen signalisieren und die Kommunikation zwischen Elternhaus und Kindergarten nicht unterbrochen wird.
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 +Also wenn man überlegt, wie eine vierfache Mutter mit drei Schulkinder Homeschooling,​ Haushalt, Job meistern konnte und gleichzeitig auch noch mit dem Kindergartenkind (eventuell im Vorschulalter) beschäftigen konnte….
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 +<WRAP center round box 80%>
 +Also jede Familie erlebte diese schwere Zeit unterschiedlich,​ deshalb kehren die Kinder mit ganz unterschiedlichem Entwicklungsstand in den Kindergarten (aber auch in die Schule) zurück.
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 +**Das oberste Ziel vom Kindergarten ist, die Kinder auf die Schule vorzubereiten**,​ deshalb nennt man den **Kindergarten** auch **Schulvorbereitende Einrichtung.**
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 + Nun jetzt in der „Stay at home“ Zeit konnten einige Eltern mehr Zeit mit ihren Kindern verbringen, ​ andere Kinder im Gegensatz bekamen weniger Förderung vom Elternhaus. Auf dieser Weise  öffnet sich „die Schere“ und die Kinder kommen mit unterschiedlichem Vorwissen in die erste Klasse. ​
 +
 +Auf jeden Fall ist es ratsam, wenn die Eltern denken, dass sie ihre Kinder während der Corona Zeit weniger fördern konnten, ​ diese Probleme mit dem Kindergarten oder mit der Schule zu kommunizieren und die eventuellen Förderangeboten in Anspruch zu nehmen.
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 + <​WRAP center round tip 80%>
 +Und jetzt möchte ich hier mit diesem Absatz schließen, mein nächstes Thema geht über meine Erfahrungen mit  Förderkindergarten.
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 +</​WRAP>​
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 +===== Förderkindergarten =====
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 +{{ :​de:​eltern:​foerderkindergarten.jpg?​400 |}}
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 +Liebe Eltern, wie ich es schon versprochen habe, mein nächstes Schreiben geht um den Förderkindergarten. Hier werde ich meine Erfahrungen mit zwei Förderkindergärten beschreiben. Drei von unseren Kindern waren nämlich in Sprachförder- oder in Förderkindergarten.
 +
 +Wir sind eine ungarische Familie und vor 13 Jahren, als unser Sohn 2,5 Jahre alt und unsere Tochter 9 Monate alt war, zogen wir nach Deutschland. Ich war in der Meinung, dass es die größte Chance ist, dem Kind eine zweite Sprache beizubringen.
 +Auch deshalb und weil wir keine Oma, Opa oder andere Verwandte Hilfe hier in Deutschland hatten, nahm ich den Kindergarten in Anspruch.
 +
 +Es war alles super, die Eingewöhnung klappte mit wenig Reibung, nun die zwei Kinder entwickelten eine gemeinsame dritte Sprache. Es ist unglaublich… selbst die Gurke hatte einen Namen (beide Kinder verwendeten denselben Namen). ​ Es hat sich aber erst später herausgestellt.
 +
 +**Zuerst möchte ich beschreiben,​ wie wir im Förderkindergarten landeten.**
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 +Mein vier jähriger Junge sprach also keine Sprache und die Erzieherinnen ​ berieten uns, das Kind zum Kinderarzt zu bringen. Weil der Sprachförderkindergarten zu dem Zeitpunkt keinen Platz hatte und ich das Kindergartenjahr nicht unterbrechen wollte, hat uns der Kinderarzt ein Rezept zur Frühförderung und zur Logopädie ausgestellt.
 + 
 +Es war jedoch sehr aufwendig mit zwei kleinen Kindern immer zur Förderung zu fahren, vor allem, dass ein Kind 4, das andere Kind 2,5 Jahre alt war. Und ich wollte wieder anfangen zu arbeiten! ​
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 + Ich nahm in der Zeit an einem Tagesmutter Kurs vom Jugendamt teil, (was ich jetzt überlege, wieder in diese Tätigkeit ​ zurückzukehren…,​ aber hierüber werde ich noch mehr schreiben.)
 +Ein halbes Jahr lang fanden für den älteren Sohn die Frühförderung und die Logopädie nachmittags in Forchheim statt.
 +
 +Ja, man muss überlegen, einige Kindergärten erlauben, diese Förderungen in den Kindergarten zu organisieren,​ damals war es für mich mit zwei kleinen Kindern und berufstätig,​ mein Mann Vollzeit Beschäftigte,​ nicht möglich…
 +Auf dieser Weise waren wir auch gezwungen, das bequeme Angebot von Kita, Förderkindergarten (Sprachförderkindergarten) anzunehmen.
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 +Nachträglich…. Ich habe es überhaupt nicht bereut.
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 +**Vorteile:​**
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 +  * kostenloser Kindergarten
 +  * ohne Rezept Logopädie, Ergotherapie,​ Psychomotorik
 +  * freundliche Beratung, Empfang
 +  * Kinder müssen nicht gebracht und abgeholt werden hierfür gibt es die ASB Busse
 +  * kleine Gruppen, nur mit acht Kindern
 +  * und immer informiert über den Entwicklungsstand
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 +So kam es, dass unser dritter Sohn auch im Förderkindergarten landete.
 + Also, nicht, dass man glaubt, das vierte Kind war in einem Regelkindergarten und es war auch super, nun mit dem dritten Kind hatten wir wirklich gravierende Probleme, so, dass er wirklich in die Lebenshilfe Kindertagesstätte gehen musste. Hier war zuerst die Sprache auffällig, aber langsam nach und nach stellten die Ärzte fest, dass er eine Entwicklungsverzögerung hat.
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 +Und meine Kinder besuchen heute Gymnasium, Realschule und Mittelschule,​ die Jüngste geht demnächst ​ in die Regelschule.
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 +Also ich möchte damit sagen, dass man sich nicht erschrecken darf, wenn so ein Ereignis im Leben passiert.
 +
 +Nun, ich finde, das Schwerste ist immer es  zu akzeptieren,​ wenn das eigene Kind anders ist und Förderung braucht.
 +Als mein 2, 5 jähriger Sohn damals in den Regelkindergärten ging, beriet mich die Erzieherin nach einem Monat, dass mein Kind nicht in den Regelkindergarten gehöre. ​
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 +Das Gespräch fand mit der Kindergartenleitung und mit der Gruppenleitung zusammen statt. Sie erklärten, dass sie es nicht wissen, ob sie meinem Kind überhaupt helfen oder noch mehr Schaden zufügen würden. Die anderen Kinder lachten ​ meinen Sohn auch aus. 
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 +Nach dem Gespräch ging ich mit meinem Jungen zum Kinderarzt und erzählte ich ihm das Gespräch.
 +In der Untersuchung überwies er mich zum Förderkindergarten und auch zur Pädaudiologie.
 +Also nach dem Rezept haben wir ein Monat auf den neuen Förderkindergartenplatz gewartet und schon ging das Ganze los.
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 +Ich muss es ehrlich sagen, ich habe es hier auch nicht bereut, sogar fand ich es super. Mein Sohn hat es gebraucht, er hat sich super gefühlt. Sehr schöne Angebote und qualifizierte Personal warteten auf mein Kind. Er bekam wirklich jede Menge Förderung, so, dass obwohl die Diagnose Förderschule war, schuf er die Regelschule und jetzt die Mittelschule.
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de/eltern/start.1596283154.txt.gz · Zuletzt geändert: 2020/08/01 13:59 von edina