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Maria Montessori, die Zeit damals und heute im Vergleich

Maria Montessori lebte von 1870 bis 1952. Um ihre Pädagogik zu verstehen, müssen wir nicht nur ihren Lebensverlauf sondern auch die Zeit in der sie lebte analysieren.

Im 19. Jahrhundert waren viele Sachen für Frauen nicht möglich, wie z.B. technische Schule zu besuchen, Medizin zu studieren oder uneheliches Kind zu bekommen.

Antonio Stoppani

Maria Montessori war eine richtige „Rebellerin“ zu ihrer Zeit, trotz ihrer strengen Familie setze sie durch, Medizin zu studieren und den Doktor Titel zu erwerben. Ihre Familie gehörte zu den höheren gesellschaftlichen Schichten, der Vater leitete im Finanzministerium die staatliche Tabakmanufaktur und war streng katholisch. Der Großonkel war der katholische Theologe und Geologe Antonio Stoppani.

Uneheliches Kind: Mario Montessori

Nicht nur der Widerstand des konservativen Vaters begleitete Maria Montessori sondern, wie gesagt, sie war selbst eine Rebellerin. Mit 28 Jahren bekam sie ein uneheliches Kind Namens Mario. Der Vater des Kindes war ihr Arbeitskollege Giuseppe Montesano. Es war in dieser Zeit nicht möglich das uneheliche Kind zu behalten, sonst könnte der Vater von Maria Montessori seine Arbeit und dadurch die ganze Familie ihrer hohen Existenz verlieren. Wir können es uns heute gar nicht vorstellen, was für ein Preis damals Montessori für ihr Leben, ihre Qualifikation und ihr uneheliches Kind bezahlen musste.

Mario Montessori

Ihren Sohn musste sie gleich abgeben und nachdem der Vater des Kindes mit Maria April verheiratet war, konnte sie gegenüber hoher Geldsumme das Kind dem leiblichen Vater geben. Mario bekam den Namen des Vaters, dafür musste aber die hohe Existenz von Mario geheim bleiben. Nach dem Tod der Ehefrau in 2013 konnte Maria Montessori ihren Sohn zu sich nehmen und seinen Namen auf Mario Montessori ändern. Wir können es uns vielleicht gar nicht vorstellen, da war der Sohn schon 15 Jahre alt und bis dahin durfte Maria Montessori ihn nur gelegentlich besuchen.

Ihr Studium

Der strenge Vater wünschte Maria Montessori ein Studium für Lehramt. Damals war es der idealste Beruf für Frauen. Allerdings war das Studieren für Frauen in Italien seit 1875 generell möglich, aber das Medizinstudium war nur für Männer vorbehalten. Deshalb studierte Maria Montessori zuerst Naturwissenschaften, dann Medizin.

Als einzige Frau an der medizinischen Universität musste sie abends die Pathologie besuchen um die Obduktionen zu lernen, es war nämlich nicht erlaubt gemeinsam mit Männern den menschlichen Körper zu studieren.

Patologie

Die Montessori Pädagogik

Montessori dachte ihre Pädagogik in der ersten Linie wegen kranken Kindern aus. In ihren letzten medizinischen Studienjahren arbeitete sie in der psychiatrischen Klinik in Rom und sie spezialisierte sich auf Kinderheilkunde.

So fing sie ihre Arbeit in der Abteilung für Kinderpsychiatrie mit geistig behinderten Kindern.

Sie war tief berührt von den behinderten Kindern, die würdelos und im verwahrlosen Zustand behandelt wurden. Die Kinder lagen nur noch in Gitterbetten, sie wurden gelegentlich gefüttert und weniger sauber gemacht.

Bei dieser Erfahrung stoß sie auf die vergessenen Arbeiten von Eduard Seguin und Jean Itard und übersetzte diese Bücher ins Italienische.

Itard
Seguin
Kinderpsychiatrie

Selbst ihre Doktorarbeit schrieb sie zu diesem Thema: „Die Behandlung von „Schwachsinnigen” oder „Idioten” ist kein medizinisches, sondern pädagogisches Problem.“ Wenn wir überlegen, Maria Montessori war an diesem Punkt eine richtige pädagogische Reformerin. Sie versuchte diese Kinder mit unterschiedlichen Methoden auf Kommunikation und Selbstständigkeit zu erziehen. Damit bewegte sie viel und trieb die Regelung der Kinderrechte voran. Wie z.B.: jedes Kind hat Recht auf Bildung egal ob krank oder gesund.

Ihr erstes Kinderhaus (Kindergarten)

Etwas Geschichte: Im Jahr 1900 regierte in Italien Victor Emanuel III.

Diese Zeit in Norditalien war von starken Industrialisierung und Entwicklung des Sozialsystems geprägt. Nicht nur die Krankenversicherung und Unfallversicherung musste reformiert werden, sondern auch die Kinderbetreuung. Die arbeitslosen Eltern bekamen plötzlich Arbeit nun die Kinder spielten auf der Straße.

In dieser politischen, wirtschaftlichen Situation gründete Maria Montessori ihr erstes Kinderhaus, den „Casa dei Bambini”. Nach der Arbeit mit psychisch kranken Kindern musste sie jetzt mit Kindern aus sozial schwachen Familien arbeiten. Maria Montessori bekam keinerlei Unterstützung hier.

Die Möbel waren nicht kindgerecht, die Kinder hatten keine Spielsachen. Maria Montessori übertrug ihr Material, welche sie für die Förderung der geistig behinderten Kinder entwickelte. Das Ergebnis war überwältigend gut.

Maria Montessori heute

Um zu verstehen, wie wir aktuell im Regelkindergarten Maria Montessori umsetzen können, war es wichtig das Leben von Maria Montessori zu diesem Punkt kennenzulernen Die gesellschaftliche Veränderung, das erhöhte Lebensniveau erfordert es meiner Meinung nach die Montessori Pädagogik auf unserer moderner Art und Weise umzusetzen.

Nehmen wir z.B. die „Große Erzählungen” von Maria Montessori, die erste Erzählung: Gott der keine Hände hat.“ Die Erzählung ist nicht nur lang für die Kinder, sondern muss auch sprachlich umformuliert werden. In der Zeit von Maria Montessori waren die Menschen allgemein sehr religiös. Es war sogar eine Reform von Montessori, dass sie die Wissenschaft in eine solche Erzählung einbrachte.

Meine Textvariation zu diesem Thema ist hier:

Bilder und Vulkane und Thema zum Vulkan bauen hier:

Wobei ich auch selbst bei einem Punkt hängen blieb und selbst nicht wusste ob es richtig ist, die Auskristallisierung der einzelnen Planeten mit einem schwenkenden Glas Wasser darzustellen, aber für die Kinder ist es vielleicht doch verständlicher oder besser visualisiert.

Vorbereitete Umgebung

Maria Montessori gründete ihr erstes Kinderhaus ohne Hilfe, keine Kindermöbel, keine Spielsachen. Deshalb verwendete sie als „Spielfeld” Teppiche.

Diese waren dann so groß, dass ein Kind auf einem Teppich mit dem Montessori Material arbeiten konnte. Die Kinder durften entscheiden, ob sie draußen, oder drinnen sein wollen. Die Montessori Teppiche sind auch noch heutzutage beliebt in Montessori Kindergärten.

Ein Regelkindergarten verfügt aber auch über kindgerechte Möbel, die Spielsachen sind auf offenen Regalen, meistens ist ein Nebenraum vorhanden, wo sich die Kinder ausruhen können und der Garten ist auch meistens voll mit Spielsachen.

Den Ansatz von Maria Montessori können wir heute umso mehr umsetzen: „Weniger ist mehr”. Es ist viel schöner für die Kinder, wenn die offenen Regale nicht mit Spielsachen vollgestapelt sind, wenn jedes Spielzeug einmal im Raum vorhanden ist, dann wird diese umso mehr wertgeschätzt.

Man kann natürlich die Spielsachen, die überflüssig sind in einem Lagerraum stapeln und nach jedem Monat austauschen. Die Kinder freuen sich immer auf die „neuen Spielsachen” Es musst nicht unbedingt Montessori Material sein um den gleichen Lerneffekt, wie Maria Montessori zu erreichen. Wie z.B. die Dreistufen Lektion, was mit sehr gefällt, können die Pädagogen anhand farbigen Blättern oder Bauklötzen ausprobieren.

Das Wasser Gießen, Händewaschen, die Übungen zu häuslichen Tätigkeiten und Stille Übungen bekommen umso mehr Bedeutung.

 
de/bildung/montessori1.txt · Zuletzt geändert: 2020/09/23 20:09 von edina