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Karriere

Karriere

Dieses Thema ist vor allem für die Eltern, die aus anderen Ländern ins Ausland umziehen, weil der Ehemann oder die Ehefrau eine super gute Stelle im anderen Land bekommen hat. Meistens wählt man ein Land aus, wo die Sprache kein Problem ist oder man schon einen guten Sprachkenntnis besitzt.

Das Problem in dieser Situation ist, dass diese Familien meistens ohne Oma und Opa ins Ausland gehen. Ein Elternteil muss immer leiden, weil er keine anerkannte Ausbildung im Ausland hat und muss deshalb in einer niedrigeren Existenz arbeiten oder zu Hause mit den Kindern bleiben.

Ich hatte eine Kinderärztin Freundin aus Budapest. Die Familie kam mit vier kleinen Kindern nach Deutschland, weil der Ehemann eine gut bezahlte Stelle als Ingenieur bekam. Die Diplomanerkennung für die Frau (als Kinderärztin) war einfach zu kompliziert und neben vier Kindern schwer. Dann erzählte mir meine Freundin einmal, dass es ihr doch gelungen ist, ihr Diplom sei nun anerkannt und hat eine Stelle auf 450 € Basis! Es ist doch lächerlich!

(Es gibt auch natürlich Ausnahmen und positive Berichte.)

Die meisten Fälle enden mit gesundheitlichen Schäden. Man ist zwischen Familie und Karriere, möchte den Erwartungen anpassen die Papiere anerkennen, doch ist es unmöglich, weil man schon alles im Leben verplant hat. Kinder, Familie und berufstätige Ehemann, Ehefrau. Nun ist auch Ähnliches mit mir passiert und ich erlebe diese leider Tag für Tag!

Im Jahr 2007 kamen wir nach Deutschland mit zwei kleinen Kindern (2,5 und 9 Monate). Ich war Hausfrau in Budapest und mein Mann wollte ausprobieren im Ausland zu leben. Er bekam eine Stelle als Ingenieur und wir planten unseren Aufenthalt in Deutschland nur für ein halbes Jahr.

Dann gefiel es doch uns, vor allem, dass die Kinder sprachlich und in der Ausbildung viel profitieren konnten. Hier ist der Grund und der Punkt, warum wir noch immer hier im Ausland leben.

Nun, als die Kinder älter waren, wollte ich wieder arbeiten. Ich studierte in Ungarn Lehramt für Grundschulen. Mein Studium ist in Deutschland leider nicht anerkannt, so lernte ich in der Abendschule für Tagesmutter.

Die Tätigkeit war super, hatte auch keine Chance etwas anderes zu arbeiten, als von zu Hause, weil wenn ein oder anderes Kind krank war, dann musste ich zu Hause bleiben.

Um Missverständnis zu vermeiden, uns ging es finanziell super und ich musste auch nicht arbeiten. Es war für mich nötig, mich weiterzubilden und etwas zu arbeiten.

Irgendwann sehnte ich doch danach, mein Diplom anerkennen zu lassen, so forschte ich in unterschiedlichen Internetseiten vom Kultusministerium nach, wie ich mein Diplom aus Ungarn anerkennen lassen konnte.

Schließlich gelang es mir, in 2011 durfte ich einen Anpassungslehrgang im Rahmen einer Lehramtsanwartschaft in der Adalbert Stifter Grundschule in Forchheim anzufangen. Wer die Schule nicht kennt, es ist eine Grundschule wo 90% der Schüler mit Migrationshintergrund kommen (aus sozial schwachen Schichten).

Es war einfach eine richtige Herausforderung mit drei kleinen Kindern eine Vollzeitausbildung anzufangen. Nun ich war schon 32 Jahre alt, Kinder, Familie verplant, Ausbildung eigentlich abgeschlossen und ich durfte an diesem Punkt alles von vorne anfangen.

Schließlich gelang mir nicht, mein Diplom wurde nicht anerkannt obwohl ich zwei Jahre lang in dieser Schule und in der Anna Schule in Forchheim unterrichtete.

Vom Jugendamt in Forchheim bekam ich eine Anerkennung als Sozialpädagogische Assistentin und nachdem unser kleinste (4. Kind) Tochter 11 Monate alt war, fing ich in einem Montessori Kindergarten an zu arbeiten. Mein Montessori Diplom absolvierte ich nebenbei im Jahr 2012.

Natürlich bekam ich und ich bekomme noch immer ganz viele Hilfe von meinem Mann und von meiner ganzen Familie.

Die Erzieherin Ausbildung schuf ich auch nebenbei und berufsbegleitend, neben vier ziemlich kleinen Kindern (12,11,9 und 2). Hierfür bekam ich von meinem Arbeitgeber keinerlei Hilfe und Unterstützung, weder finanziell noch Arbeitsstunden. Für jede Unterrichtseinheit musste ich mein Urlaub verwenden.

Trotz meiner Ausbildungen werde ich nicht als Erzieherin übernommen und existentiell nicht genug wertgeschätzt, deshalb überlege ich wieder als Tagesmutter vom Jugendamt zu arbeiten.

de/elternkaffee/karriere.txt · Zuletzt geändert: 2020/08/30 13:49 von edina