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Kinder wollen einfach leben

  • Was schenken wir unseren Kindern?
  • Welche Auswirkungen hat ein hektisches Leben auf die Kinder?
  • Wie können wir unseren Kindern dabei helfen ein einfaches Kinderleben zu gestalten?
  • Warum muss das Kinderleben vereinfacht werden?

Ursprünglich stammt die ganze Idee aus Amerika, wo die Kinder wirklich mit jeden möglichen Sachen Körperlich und Seelisch überlastet werden.

  • Hier sind die wichtigsten Punkte:
  • Wie ist das Kinderzimmer eingerichtet?
  • Womit verbringt das Kind seine Freizeit?
  • Wie viel Zeit verbringt das Kind mit Computer, Fernseher und mit ähnlichen Spielkonsolen.

Das größte Problem ist, dass die Kinder in ihrer Entwicklung sehr vielen Impulsen ausgesetzt sind, nämlich von Geburt an. Selbst die Neugeborenen erleben es häufig, dass im Hintergrund ständig der Fernseher läuft oder die Mama während Stillen ständig aufs Handy schaut. Aber auch, wenn die Zimmer mit zu vielen farbigen Bildern geschmückt sind, übermäßige Rasseln, Spielsachen, etc.

Genauso, wie es nicht egal ist, wie die Umgebung von den Kindern gestaltet ist, ist auch die Regelmäßigkeit also der Tagesrhythmus der Familie sehr wichtig.

Wenn man die Alltage der Familien betrachtet, sieht man, dass die meisten Familien ein sehr straffes Programm haben. Die Kinder gehen in unterschiedliche Sportvereine, Musikschulen, dann noch Arzttermine, Förderungen etc. Wenn die Familie hierzu keine feste Zeiten hat, wie z.B.: gemeinsame Essenszeiten, oder die Kleine geht erst nach dem Frühstück in die Badewanne, dann Buch erzählen und ins Bett…etc, kann sich das Kind in der rennenden Welt verlieren, vor allem sein Sicherheitsgefühl steht in Gefahr.

Die Großeltern erzählen oft, dass es früher nicht so viele Autos auf den Straßen waren und in den Geschäften konnte man auch nicht alles bekommen.

Das stimmt. Die Regale der Einkaufszentren sind voll mit Kindersachen, die meistens nicht nur farbig sind, sondern auch gut riechen oder eben schön kuschelig sind. Auf dieser Weise sind die Kinder auch unterschiedlichen Impulsen in der Öffentlichkeit ausgesetzt.

Die Kleinkinder sind in dieser Umgebung am meisten gefährdet, weil die Synapsen in ihrem Gehirn bis etwa zum fünften Lebensjahr noch nicht alle gebildet sind.

Deshalb sind die Frühförderungen in diesem Alter noch sehr effektiv, weil die Kinder in diesem Alter noch sehr offen auf neue Informationen sind, das Gehirn entwickelt sich noch. Wenn die Kleinkinder zu vielen Informationen, Impulsen ausgesetzt sind, kann sehr schädlich werden.

Die Eltern haben heute sehr viel Möglichkeit die Kinderzimmer einzurichten. Ganz viele Werbungen die zum Kauf aufrufen, so ist es sehr leicht in die Falle zu kommen, dass die übermäßige Spielsachen das ganze Haus bedecken.

…und natürlich die Spielsachen werden nicht nur von den Eltern gekauft, sondern kaufen die Oma, Opa oder Tante…

Aber keine Sorge, es gibt natürlich Lösung! Man kann z.B. die Spielsachen, die zu langweilig sind für eine Zeit aus dem Spielzimmer aufs Dach oder in den Keller schön in Kisten eingepackt für spätere Zeiten aufbewahren. Hilfreich ist außerdem, wenn die Spielsachen auch im Kinderzimmer in Kisten sortiert auf Regalen sind. Genauso die Bücher, CD-s oder Kuscheltiere. In einer solchen strukturierten Umgebung fühlt sich nicht nur ein Erwachsener besser, sondern auch die Kinder können mehr zur Ruhe kommen. Vor allem in der heutigen Corona Zeit, wo die Familie sehr oft zusammen zu Hause ist, ist es wichtig, ruhige Rückzugsmöglichkeiten für die Kinder und auch für die Erwachsenen zu gestalten.

Die schlechteste Lösung ist, wenn man die Spielsachen einfach in den Müll wirft. Nach meiner Erfahrung ist es gut, wenn die Spielsachen ohne Kinder aussortiert werden, weil die Kinder natürlich alles behalten wollen. Man kann die ausgewachsene Spielsachen aber auch verschenken oder spenden.

Die nächste Frage ist, ob das Kind überhaupt Fernseher schauen darf, oder Tablet und wieviel?

Auf jeden Fall ist sehr wichtig, die Kinder von Inhalten für Erwachsenen zu schützen. Hier denke ich nicht nur an die Filme, sondern auch an die Nachrichten, welche nicht immer für Kleinkinder geeignet sind. Manchmal fällt es gar nicht auf, dass das Kind so eine Sendung geschaut hat und bekommt dafür keine genaue Erklärung. Er fängt an zu fantasieren und so ergeben sich komische, vielleicht auch Horrorgeschichten.

Die Kinder sind keine kleine Erwachsenen. Sie verstehen noch nicht alles und wenn sie Inhalte für Erwachsene schauen, dann verarbeiten sie es für sich anders, meistens denken sie sich andere Geschichten um das Gesehene aus. Wenn man an einen einfachen Werktag denkt. Die Familie steht auf, die Kinder und Eltern vorbereiten sich in die Schule und Kindergarten. Die Kinder gehen in die Einrichtung wo sie sich an die Verhaltensregel des Instituts anpassen müssen.

Also, wenn man sagt, das Kind war im Kindergarten und hat nur gespielt, praktisch in einem Kindergarten muss man noch nicht lernen, nur spielen… Es ist sehr anstrengend für die Kleinkinder, denn der Tagesablauf des Kindergartens ist nicht sein Tagesrhythmus. Das Kind muss sich an die jeweiligen Regeln anpassen. Also es kann nicht dann spielen, essen, in den Garten gehen, wann es will, alles hat seine Zeit in der Kindergesellschaft. Es gibt auch vielleicht Beschäftigungen, Spiele, Morgenkreis und natürlich das Freispiel mit den anderen Kindern.

Wenn das Kind nach einem solchen anstrengenden Tag nach Hause kommt und sein Zimmer mit Impulsen, mit unzähligen Spielsachen überfüllt ist, dann hat das Kind keine Möglichkeit zur Ruhe zu kommen. Also, das Kind hat keine Möglichkeit tagsüber zur Ruhe zu kommen. Und hier wäre der Punkt, wo man über die vereinfachte Kindheit spricht.

Quelle: Dr. Bojti Andrea

de/elternkaffee/kinder_wollen_einfach_leben.txt · Zuletzt geändert: 2020/08/29 21:49 von edina